History

Von Bauern zu Helden

Die Geschichte der Hated Heroes beginnt im Sommer 2009 auf dem deutschen Server Muspell. In Syrtis gründen Enus, Universal Soldier und Yoda Wahn einen Clan namens /Reset_Bauers. Der Name ist eine Provokation in Richtung eines Clans in Ignis und erlangt schnell einen hohen Bekanntheitsgrad. Die Meinungen anderer Spieler liegen irgendwo zwischen Amüsement und Abneigung. Wenige Sympathiebekundungen verschwinden rasch aufgrund von kleineren Sticheleien. Doch der Clan wurde nicht mit dem Ziel gegründet, nach einem besonders guten Ruf zu streben. Das Ziel ist die Freiheit, zu tun und zu lassen, was uns gefällt. Offenbar ist es ein Wunsch, den viele Spieler nicht akzeptieren können. Doch wir finden uns mit dem Widerstand, der uns entgegenschlägt, ab.

Wenn wir die Bösen in eurer Geschichte spielen sollen... bitteschön. Der Clan wird umbenannt. Im Herbst thront erstmals die inzwischen berüchtigte Alliteration unter unseren Namen. Wenige möchten überhaupt noch etwas mit uns zu tun haben. Wir kommen problemlos allein zurecht. Denn genügend Mitglieder haben sich unserer Philosophie angeschlossen. Es kommt für viele davon völlig überraschend, dass ein kleiner Teil des Clans nach Ignis wechselt. Unverständnis und Verbitterung bleibt in Syrtis zurück. Lightning Phoenix übernimmt die Führung von Hated Heroes. In Ignis herrscht hingegen Aufbruchstimmung. Die abtrünnigen Hated Heroes finden erst einmal Zuflucht im Clan Die Bobs. Doch ein durch zwei Reiche gespaltener Clan kann nicht funktionieren.

Aufstieg der Bobs

Viele Hated Heroes wechseln im Frühling 2010 in Richtung Ignis. Unter der Führung von Enus Amicus wachsen die neu gegründeten Bad Bobs schnell. Der vorauseilende Ruf reizt auch Spieler, die bisher kein Mitglied von Hated Heroes waren. In Syrtis verlassen aber immer mehr Mitglieder den Clan, wechseln das Reich oder wenden sich anderen Dingen zu. Der Clan übersteht diese Abgänge nicht. In der Mitte des Jahres finden sich fast alle Hated Heroes in Ignis wieder. Beim erstmalig ausgetragenen Clanevent erreichen wir prompt den zweiten Platz in Ignis. Auch die Warzone muss feststellen, dass wir nach Monaten voller Strapazen zu alter Stärke gefunden haben. Doch nicht alle Mitglieder sind einer Meinung. Nach dem Sommer zerfallen die Bad Bobs und verteilen sich in Clans im ganzen Reich.

Die Wenigsten finden Zugehörigkeit zu einem der vielen anderen Clans. Verschiedene Mentalitäten führen immer wieder zum Streit. In der dunkelsten Stunde der Hated Heroes fassen einige Mitglieder schließlich den Entschluss, erneut den alten Clan zu gründen. Unter der Führung von Lightning Phoenix werden die Hated Bobs geboren. In nur kurzer Zeit wächst der Clan zu alter Stärke heran. In dieser Zeit leidet unser bereits schlechter Ruf zunehmend. Wir werden selbst im eigenen Reich von außerhalb des Clans als Feind betrachtet und reagieren mit provokativer Ignoranz. Die Aufnahme neuer Mitglieder wird kritisch diskutiert. In unserer eingeschworenen Truppe erwarten wir bedingungslosen Zusammenhalt. Es ist ein Anspruch, der uns in Zukunft sehr erfolgreich macht.

Weg an die Spitze

Steht im Jahr 2011 ein Altar unter Belagerung oder ist ein beliebter Farmplatz als Jagdrevier ausgewählt, wird ausschließlich ein Name schuldig gesprochen: unserer. Die Pöbeleien gegen uns gehen weiter. Doch wir reagieren kein Stück besonnener. Diese tägliche Unterhaltung sorgt für einen steilen Aufstieg unseres berüchtigten Ruhms. Plötzlich steigt auch das Interesse an einem Clanbeitritt spürbar an. Auch diejenigen, die früher einen Scheiß auf uns gegeben haben, schreiben jetzt Bewerbungen in unser Forum. Wir ändern ein Detail in unserem Clannamen. Aus Hated Bobs werden nach langer Zeit wieder Hated Heroes. Und die Geschichte unseres Clans wird mit diesem vorzeitigen Höhepunkt noch nicht seinen Zenit erreicht haben.

In diesem Jahr wird wieder ein Clanevent auf dem Server veranstaltet, in dem eine Auswahl von Spielern gegeneinander für ihren Clan spielen dürfen. Zunächst erreichen wir im reichsinternen Turnier den ersten Platz in Ignis. Auch die Finalrunde gegen die Erstplatzierten eines anderen Reichs meistern wir erfolgreich. Somit sind die Hated Heroes offiziell Platz 1 auf dem Server Muspell. Auf dem Gipfel des bisher Erreichten angekommen, ziehen wir uns schleichend zurück. Einige von uns werden willkürlich gesperrt, andere wenden sich interessanteren Aktivitäten zu. Langsam kommt unser Clan zur Ruhe. Und mit dem Erliegen unserer Aktivität verschwindet auch die Dominanz der vergangenen Monate. Doch tief in unserer Mitte lodert noch immer eine Glut, die irgendwann wieder entflammen wird.

Zurück zu den Wurzeln

Nicht nur wir ermüden in Regnum Online. Der gesamte Server scheint das Interesse verloren zu haben. Somit ist es schwierig die Hated Heroes wieder aus ihrer Winterstarre zu holen. Dieses Problem teilen auch andere Clans. Im Frühling entscheiden wir uns für eine Fusion. Die neuen Deadly Sins sind nicht nur prall gefüllt mit bekannten Namen. Sie locken auch alte Mitglieder aus der Inaktivität. Aufgrund der geringen Auslastung werden die beiden deutschen Server Muspell und Niflheim zu Valhalla verbunden. Die damit plötzlich einhergehende Belebtheit bietet uns das ideale Parkett, um unsere jahrelang gesammelten Fähigkeiten in Fort- und Feldschlachten zur Demonstration zu stellen. Der wachsende Einfluss, den wir auf den Ausgang von Kämpfen entwickeln, zieht zusätzliche Bewerber an.

Viele Neumitglieder fügen sich produktiv in unseren Clan ein, doch nicht alle kommen miteinander aus. Aus kleinen Reibungen werden handfeste Streitigkeiten. Vereinzelte Austritte und Rauswürfe nagen an der Substanz der Deadly Sins. Unser alter Clanteil hat inzwischen genügend Erfahrungen mit solchen Situationen machen müssen. Bevor sich die Gruppe zerschlagen und jeder seine Wege anderswo verfolgen wird, kommen wir zu dem Entschluss, eine Rückkehr zu unserem Ursprung wäre die beste Lösung. Die Hated Heroes werden im August 2012 unter der Führung von Lightning Phoenix neu formiert. Ein für alle Mal möchten wir bei unseren Wurzeln und den Spielern bleiben, die unsere Gruppe jahrelang bereichern. Wir sind bereit für den letzten Wiederaufbau.

Plötzlich begehrt

Die letzte Gründung der Hated Heroes verläuft reibungslos. Unsere Mitgliederanzahl wächst wieder mit Freunden, die sich vor langer Zeit in die Inaktivität verabschiedet haben. Als die Reichdrachen 2013 ihren Weg in instanzierte Dungeons finden, sind wir eine der wenigen Gruppen, die zuverlässig zu einem erfolgreichen Kill in der Lage sind. Wieder betteln paradoxerweise gerade die Spieler darum, von uns mitgenommen zu werden, für die wir sonst nur Störenfriede sind. Diese offensichtliche Abhängigkeit ist für uns neu. Bisher wurden wir eher als „egoistische Dreckschweine“ bezeichnet, während uns der pöbelnde Mob trotzdem brav nachlief. Aber weil zwischenmenschliches Feingespür keinen Platz auf der Liste der Dinge hat, um die wir uns besonders bemühen möchten, bleiben wir lieber unter uns.

Neben unserer Begehrtheit in den neuen Instanzen gehen wir allerdings mit aller Härte unserem Tagwerk in der Warzone nach. Unsere Dominanz sichert uns wiederholt die Dienste des Portalbernsteins. Nach zahlreichen erfolgreichen Invasionen entscheidet sich erst am Ende im Drachentempel, welcher Spieler diese beachtenswerte Kraftsteigerung für jeweils eine Woche innehaben darf. Wir wären keine Hated Heroes, wenn wir nicht auch unsere selbsterklärte Herrschaft gegen unser eigenes Reich unter Beweis stellen würden. Unzählige Wochen lang tragen verschiedene von uns, teils zur gleichen Zeit, den begehrten Bernstein. Mit diesem Vorteil werden selbst Gefechte gegen zahlenmäßige Übermachten zur siegreichen Routine.

Dominanz

„Immer wieder Hated Heroes“ hallt es durch die Chats. Die Arbeit der letzten Jahre trägt endlich wieder die vergifteten Früchte, die wir inzwischen so lieb gewonnen haben. Aus allen Winkeln der Welt werden neue Grässlichkeiten der Hated Heroes vermeldet. Unser schrecklich schönes Repertoire der Schandtaten wird um einige Klassiker ergänzt: ob Gutmenschen um ihr Hab und Gut erleichtern oder Mitspieler aus dem eigenen Reich nach Lust und Laune den Gegnern zum Fraß vorwerfen. Ansonsten bleibt zu unserem Glück alles beim Alten. Wir spielen munter in der Warzone mit, ziehen ansonsten unser Ding durch und haben eine gute Zeit. Es sind die optimalen Voraussetzungen für das Event, auf das der Server sehnsüchtig wartet.

Der Höhepunkt dieses Jahres wird das lang ersehnte Event zur Fußballweltmeisterschaft. Die Aufgabe ist denkbar einfach. Und möglichst viele Punkte zu sammeln steht ohnehin auf unserer Tagesordnung. Bestens organisiert verteilen sich die produktivsten Spieler unseres Clans auf die jeweiligen Gruppen und Länder. Mit 39 Ringen und 12 Amuletten im Clan können wir unsere Kraft ein weiteres Mal unter Beweis stellen. Doch dieser Zenit ist ein Wendepunkt. Ausgebrannt und satt von den täglichen Unternehmungen genießen wir am Ende des Jahres unsere verdiente Pause. Wir besuchen einige andere Spiele. Damit verflacht unsere Aktivität in Regnum spürbar. Für lange Zeit werden wir uns hiervon nicht erholen.

Lethargie

Die größten Siege sind gefeiert. Mit dem Gedanken im Kopf, bereits alles Wünschenswerte erreicht zu haben, erliegen wir der Inaktivität wie der restliche Server auch. Nur noch eine kleine Mannschaft können wir zum diesjährigen inoffiziellen Gildenevent schicken. Dieser Schatten unserer einstigen Macht schlägt sich tapfer. Doch aufgrund des fehlenden Stammpersonals und letztlich auch dem vermissten Quäntchen Glück müssen wir uns als Zweitplatzierte geschlagen geben. Auch neue Spielinhalte in Form von neuen Warmaster Amuletten und Ringen, die die Kluft zwischen Bossschmuck- und Kein-Bossschmuck-Trägern bedeutend verringern, können den Stachel der Lethargie nicht lösen. Doch unter der kalten Hülle unseres Clans lodert immer noch ein Feuer.

Wenn wir in den vergangenen Jahren etwas dazugelernt haben, dann dies: kein König herrscht für immer. Einen Clan über eine so lange Zeit am Leben zu halten ist für sich betrachtet bereits eine beachtliche Leistung. Es ist egal, wie oft sich die Hated Heroes bereits zwischen unglücklichen Umständen und wüsten Konflikten zerschlagen haben. Wertvoll ist nur, wie oft wir uns danach in Sehnsucht nach Versöhnung und Aufbruch wiedergefunden haben. Das ist der Grund, warum wir heute stehen, wo wir stehen. Und es ist der Grund, warum uns die Inaktivität im Jahr 2015 keine Sorgen machen kann. Von der Spitze aus führen alle Wege nur nach unten. Doch aus diesem Tal ging es für uns stets wieder bergauf. Es wird wieder so passieren.

Verlieren oder Regieren

Das Leben unseres geschundenen und quälend verschwindenden Clans hängt nur noch komatös an lebenserhaltenden Maßnahmen. Und für viele mag das genau das bejubelte unwürdige Ende sein, dass wir verdient haben. Deutlich seltener wird diese Entwicklung im Stillen und mit einem Hauch Wehmut zur Kenntnis genommen. Doch kaum soll der metaphorische Stecker gezogen werden, kommt wieder alles anders. Die ein oder andere permanente Sperrung wird aufgehoben und lockt weitere treue Hated Heroes aus den entferntesten Winkeln hervor. Im Spiel selbst herrscht wie bisher eher Ödland. Trotzdem stoßen einige neue Gesichter zu uns. Die Zeichen stehen für uns wieder einmal günstig, um den unbesetzten Thron des Servers zu beanspruchen.

Wir könnten an dieser Stelle wieder schreiben, was wir alles unternommen haben, um die Warzone ein weiteres Jahr lang zu geißeln. Dafür könnten wir aber auch einfach den Text der vergangenen Jahre kopieren, denn: am Spiel selbst verändert sich nichts. Und auch unsere Methoden haben sich im Laufe der Zeit bewährt, sodass wir damit auch zur Zeit optimal unterwegs sind. An die Anzahl an Hated Heroes und die Omnipräsenz in der Warzone vergangener Jahre können wir zugegebenermaßen nicht anknüpfen. Doch es reicht für die Durchsetzung unserer Interessen und Vorhaben deutlich aus. Das ist nicht zuletzt dem desolaten Zustand geschuldet, in dem sich der deutsche Server befindet. Und wir leiden wie alle anderen darunter.

Für die Ewigkeit

Unseren selbstgesteckten Wunsch, den ersten Platz im RP-Ranking, erfüllen wir uns endlich 2017. Damit thronen wir nun offiziell dort, wo wir uns mit Recht schon lange gesehen haben. Es gibt nichts mehr zu beweisen. Selbst unsere größten Fans machen sich nur lächerlich, wenn sie uns immer noch anzweifeln. Die einzigen Steine, über die wir je gestolpert sind, haben wir uns selbst in den Weg gelegt. Dieser Tanz der letzten Jahre am Rand zwischen Bedeutungslosigkeit und Vorherrschaft beweist: wer uns ewig nur bedroht, macht uns nicht tot. Es kehrt wieder Normalität im tristen Regnum-Alltag ein. Keine Langeweile, sondern Entspannung, nach der wir uns inzwischen lange sehnen. Diese Ruhe soll nicht lange anhalten.

Völlig überraschend für uns kommt die Ankündigung des Entwicklerstudios NGD, dass der Vertrieb und Support des Spiels durch gamigo am Ende des Jahres 2017 endet. Tausende Gedanken schnellen daraufhin durch die deutschen Foren. Auch uns stimmt die Planung, dass NGD ab 2018 eigenständig den deutschen Server betreuen möchte, milde optimistisch. Vielleicht wird dem einen oder anderen Hated Hero eine Chance gegeben, der vor Jahren unter zweifelhaften Anschuldigungen gesperrt wurde. Dennoch bleibt das Hauptproblem die mangelnde Belebtheit des deutschen Servers Valhalla. Und auch wenn sich die Lage sehr langsam zu bessern scheint, ist es nur ein Schatten der Aktivität vor 2015. Wir gehen gespannt in die Zukunft.